Google-Suche: Unterschiedliche Ergebnisse bei gleicher Suchphrase

Die Zeiten in denen man in Google von Plätzen sprechen kann, sind längst vorbei. Denn Google liefert jedem Suchenden persönlich angepasste Ergebnisse aus. Was der eine auf Platz 1 sieht, sieht der andere auf Platz 20 und der dritte vielleicht gar nicht. Google stellt die Suchergebnisse anhand folgender Kriterien zusammen:

  1. Standort
    Anhand der IP-Adresse ermittelt Google den ungefähren Standort des Suchenden. Das heißt, ein Frankfurter bekommt andere Suchergebnisse wie ein Salzburger.
  2. Welche Google-Seite verwende ich?
    google.de, google.at, google.ch, google.li oder google.lu, obwohl allesamt auf Deutsch, liefern zum selben Suchbegriff unterschiedliche Ergebnisse aus. Die Suchergebnisse sind an das Land der jeweiligen Domain angepasst. Sucht man z.B. nach Bundesrat kommen bei .de, .at. und .ch Informationen zum Bundesrat des zur Domain gehörenden Landes. Interessant wird es bei .li und .lu. Denn in Liechtenstein und Luxemburg gibt es keine Institution namens Bundesrat. Hier entscheidet dann die räumliche Nähe zum Nachbarland. So zeigt Luxemburg hauptsächliche Ergebnisse für den Bundesrat in Deutschland und Liechtenstein für den Bundesrat der Schweiz.
    Außerdem ist bekannt geworden, dass gerade deutsche Behörden häufig Gebrauch davon machen, Inhalte nachträglich aus dem Google-Index entfernen zu lassen. So lassen sich bei google.de weit weniger Inhalte zu pornografischen oder nationalsozialistischem Inhalten finden. Aber auch Seiten, die Inhalte zu vermeintlichen Killerspielen enthalten, stehen auf der Sperrliste. Das Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien übermittelt regelmäßig eine Liste an Google mit Webseiten, die aus dem Index zu entfernen sind. In anderen Ländern gibt es ähnliche Vereinbarungen zwischen Google und den nationalen Behörden.
  3. Browser und Betriebssytem
    Jeder Browser gibt eine Browserkennung aus, die Auskunft darüber gibt, welchen Browser und welches Betriebssystem verwendet wird. Diese Information ist erst einmal weniger wichtig für die Suchergebnisse, wenn auch relevant. Denn wer mit Linux unterwegs ist, möchte bei der Suche nach “Software” wahrscheinlich keine Suchergebnisse für Windows-Software. Für Google ist diese Information aber wahrscheinlich erst einmal wichtiger, um den hauseigenen Browser Chrome zu bewerben. Wer nicht mit Chrome surft, bekommt häufige Werbeeinblendungen für selbigen.
  4. Frühere Suchanfragen
    Google speichert die Suchanfragen, die kurz vorher unter derselben IP durchgeführt werden. Hat man also nach Salzburg gesucht, und sucht darauf nach Hotel, dann liefert Google Suchergebnisse für “Salzburg Hotel” aus.
  5. Besuchte Seiten (Web-Protokoll)
    Jede Suchanfrage und besuchte Seite wird in dem Webprotokoll gespeichert und ist einsehbar. Das Webprotokoll wird beim Zusammenstellen der Suchergebnisse ebenfalls ausgewertet. Auf diese Weise merkt sich Google, welche Links man zu einer bestimmen Suchanfrage geklickt hat und gibt dann beim nächsten Mal, wenn man demselben Begriff sucht mehr Ergebnisse, die zu dem Link passen, den man beim letzten mal geklickt hat. Erklärt wird das ganze in einem Video im offiziellen Youtube-Channel von Google.
  6. Auswertung von Google Trends nach dem Zeitgeist
    Wenn in einem Zeitraum besonders häufig nach einer bestimmten Suchphrase gesucht wird, dann könnte ein Teil davon als die gesamte Phrase gewertet werden. Beispiel: Zu einer Fußball-WM wird besonders häufig nach “WM Public Viewing” gesucht, dann liefert eine Suchanfrage nach WM mehr Resultate zu “WM Public Viewing” wie zu Zeiten, in denen keine WM stattfindet.
  7. Google+
    Wer ein Profil bei Google+ hat und angemeldet ist, bekommt bevorzugt Ergebnisse von Seiten ausgeliefert, die von Leuten, die man in seinen Kreisen hat, “geplust” wurden.

Anmerkung: Neben den oben genannten Kriterien gibt es eine Reihe weiterer Punkte mit Hilfe derer Google personalisierte Ergebnisse ausliefert. Einige davon sind wahrscheinlich nur Google selbst bekannt. Diese Auflistung erhebt also keinesfalls den Anspruch alle Kriterien aufzulisten, die Google dazu heranzieht, eine personalisierte Suche auzuliefern, sondern listet viel mehr die häufigsten auf.

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